Altweibersommer 2006


Impressionen

Solch ein Stadtmitte-Fest macht allen riesigen Spaß
Dass der "Altweibersommer" ein Volltreffer wurde, dafür gab es mehrere Gründe

RODENBERG (wm). Woran hat es in erster Linie gelegen, dass dieser "Altweibersommer" so gewaltig einschlug? Am herrlichen Wetter? Das war gewiss ein ganz wichtiger Faktor. Aber nicht zu vergessen: Der Aktivkreis des Gewerbevereins hatte das Fest perfekt vorbereitet, das Programm faszinierte, die Geschäfte und Agenturen zogen freudig mit. Wieder bewährte sich die Idee, alles unter ein bestimmendes Motto zu stellen, diesmal "China". Tolle Dekoration der Stadt, für deren spendable Beschaffung das Ehepaar Jahn ausdrücklich gewürdigt wurde!


Die Stadtmitte wimmelte von Menschen. Wer vom Alten Rodenberg her kam, den überraschte gleich das Super-Eiscafe über die ganze Breite der Langen Straße, ein völlig ungewohnter Anblick in unserer Durchgangshauptstraße. Den Besucher von der anderen Seite, vom Ratskeller her, begrüßten fernlenkbare Boote und Autos (darunter ein kreisender Schwertransporter, beladen mit einem Everglades-Boot) sowie der viel bestaunte Teich des Schiffsmodellclubs. Aber es ging nicht nur um Miniaturen: Wer wollte, konnte sich auch in sein zukünftiges Familienauto setzen und das Steuerrad ergreifen. Der Schriftsetzer hantierte mit Winkelhaken und Lettern draußen unter der Jalousie, gedruckt wurde im Laden auf Oppermanns Erbstück, der Tiegelpresse. Dazwischen die Angebote der Geschäfte, teils drinnen, teils vor der Tür, jedenfalls immer lebendig präsentiert und redegewandt vorgestellt.

Über der Straße schaukelten im Sommerwind die figuren- und farbenprächtigen China-Dekorationen. Flinke Kinderhände formten flache chinesische Sonnenhüte aus gelber Pappe. Und dann wälzte sich gong-gong auch mal wieder der endlose Drache durch die Menge, schön katzenbucklig, von Schülerhand getragen und bewegt.
Den Höhepunkt in Farbe und Dekoration aber bot der Poggenwinkel-Parkplatz mit der völlig chinesisch wirkenden Sparkassenbühne im Hintergrund.

Links und rechts die reich bestückte Gastronomie; für die Rodenberger und ihre Gäste ein Hauptanziehungspunkt. Wer sich vom Amtsplatz her hereindrängte, hatte erst einmal mit der Schlange zu tun, die sich am Stand mit China-Speisen gebildet hatte. Gegenüber lockte das hausgebackene Einheimische: Torten und Kuchen des Landfrauenvereins. Den Getränken wurde tüchtig zugesprochen, am Wurstgrill vom Ratskeller schien gelegentlich eine Schlacht im Gange.
Es ist schon gesagt: Das Programm auf und vor der Bühne faszinierte. Disk-Jockey "Charly" machte die richtige Musik und sagte fleißig an. Rührend die kleinen Kinder der Tanzgruppe Weigelt, die in zwei Größen auftraten (Pampers, "ich bin groß, du bist klein"). Auch die SGR bot zweierlei, eine feine Tanzvorführung und eine clownhafte Akrobatik ("heute fliegen nicht nur Drachen, sondern Menschen").

Herrn Dongs chinesische Musik entzückte, besonders sein "chinesisches Pferderennen", die grazilen Thailänderinnen mit dem ausdrucksvollen Tanz nicht minder. Es gab noch mehr, Hoch-Einrad und Kinderdisco, aber auch die Waterkant auf dem Weg nach China: den Shanty-Chor MK Barsinghausen ("wir sind auf dem richtigen Dampfer" - wer hätte das an diesem Tag bezweifelt?). Das war es, und wenn etwas nicht erwähnt ist, dann lag es an der Überfülle des Sehenswerten - auf der Langen Straße oder beim Nonstop auf der Bühne.

Es hat Spaß gemacht!

Text: Schaumburger Wochenbatt 27.09.06
Walter Münstermann

Fotos: Günter Ebertz

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